Die Analyse des IFJ der Jahre 2020 bis 2024 zeigt einen kontinuierlichen Anstieg: Der Anteil von Gründer/innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg von 35.8% im Jahr 2020 auf 38.9% im Jahr 2024. Damit nimmt ihre Bedeutung in der Schweizer Gründungsszene stetig zu, während die Mehrheit der Neugründungen weiterhin von Schweizer Staatsangehörigen getragen wird.
Die tagesaktuelle, nationale Analyse des IFJ zeigt, wie sich die Firmengründungen in der Schweiz vom Q1 - Q3 2025 gegenüber der Vorjahre verändert haben.
Im Vergleich der Grossregionen beeindrucken die Zentralschweiz (+11.4%), Zürich (+5.9%) die Südwestschweiz (+4.4%), die Nordwestschweiz (+4.0%), das Espace Mittelland (+2.1%) und das Tessin mit (+0.3%). Leicht schlechter als in der Vorjahresperiode schneidet die Ostschweiz (-1.0%) ab.
Kantone im Gründungshoch
In 20 Kantonen konnte die Anzahl Neugründungen vom ersten bis dritten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert werden. Dies sind aktuell die Kantone mit einem Wachstum an Schweizer Firmengründungen: Schaffhausen (+23.1%), Obwalden (+18.1%), Zug (+16.4%), Appenzell I. Rh. (+16.2%) und Jura (+12.3%). Ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichnen Genève (+12.2%), Nidwalden (+11.5%), Schwyz (+9.8%), Basel-Landschaft (+9.6%), Thurgau (+7.1%) und Wallis (+6.9%). Auch in Luzern (+6.6%), Zürich (+5.9%), Solothurn (+5.1%), Fribourg (+3.4%), Basel-Stadt (+2.8%), Aargau (+2.3%), Neuchâtel (+1.4%), Tessin (+0.3%) und Bern (+0.1%).
In diesen Kantonen wird aktuell weniger gegründet
Die Kantone mit leichten bis grösseren prozentualen Einbussen sind Waadt (–2.7%), Glarus (–4.3%), Graubünden (–5.0%), St. Gallen (–5.4%), Uri (–11.2%) und Appenzell A. Rh. (–14.5%).
Bei Kantonen mit einer geringen absoluten Anzahl an Neugründungen sind die prozentualen Veränderungen mit Vorsicht zu interpretieren.
Rechtsformen im Vergleich
In der Schweiz ist die Aktiengesellschaft (AG) vom ersten bis dritten Quartal die am stärksten wachsende Rechtsform, mit einem Zuwachs von +9.7% gegenüber der Vorjahresperiode. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) folgt mit einem soliden Wachstum von +6.8%, während die Einzelfirmen mit -0.5% und die Kollektivgesellschaften mit -6.8% Rückgänge aufweisen.
5-Jahresvergleich
Im Durchschnitt wurden 38'630 neue Firmen im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September in den Jahren 2021 bis 2025 eingetragen. Mit einem Wachstum von +5.8% gegenüber dem 5-Jahresdurchschnitt und um +4.3% gegenüber der Vorjahresperiode liegen die ersten drei Quartale 2025 mit 40'867 Neugründungen auf Rekordniveau und deutlich über dem Durchschnitt.
In diesen Branchen wird am meisten gegründet
Die drei Branchen, die es im laufenden Jahr aufs Podest geschafft haben, sind Handwerk (4'435 Gründungen), Beratung (4'310 Gründungen) und Immobilienwesen (3'800 Gründungen). Gefolgt von B2B & B2C Dienstleistungen (3'145 Gründungen) und Architektur & Ingenieurwesen (2'964 Gründungen).
Die Branchenanalyse zeigt eine breite Vielfalt. Von allen Branchen verzeichnet die Branche "Handwerk" mit 4’435 Neueintragungen die meisten Gründungen und erreicht damit einen Anteil von 10.9% aller Neueinträge. Dies unterstreicht die Dynamik der Gründungslandschaft und ist ein positives Signal für eine weiterhin stabil funktionierende Volkswirtschaft.
Vielfalt prägt die Schweizer Gründungsszene
Die Schweiz bleibt auch im Jahr 2025 ein dynamischer Standort für Neugründungen. Mit 40'867 neuen Firmen allein in den ersten neun Monaten des Jahres zeigt sich die grosse Bedeutung des Unternehmertums für die Wirtschaft. Besonders auffällig ist der kontinuierlich steigende Anteil von Gründer/innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die inzwischen mehr als jede dritte Neugründung ausmachen. Damit wird sichtbar, dass Unternehmertum in der Schweiz von einer vielfältigen Bevölkerung getragen wird.
Für ein sich stetig erneuerndes Ökosystem und eine lebendige Unternehmenslandschaft sind wichtige Rahmenbedingungen gegeben: u.a. ein stabiles politisches Umfeld, eine international vernetzte Wirtschaft, gut zugängliche Gründungsservices und eine starke Infrastruktur. Für Menschen, die neu in der Schweiz sind, bietet die Selbständigkeit die Möglichkeit, ihre beruflichen Fähigkeiten einzubringen und unternehmerisch Fuss zu fassen. Gleichzeitig nutzen Schweizer Staatsangehörige wie auch Zugewanderte die hervorragenden vorhandenen Strukturen, um ihre Ideen in eigene Firmen umzusetzen.
Die zunehmende Vielfalt in der Gründungsszene ist ein Gewinn für den Standort. Unterschiedliche Hintergründe bringen neue Perspektiven, Denkweisen und Netzwerke in die Wirtschaft. So tragen Gründer/innen mit und ohne Schweizer Pass gleichermassen zur Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität des Landes bei. Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass Vielfalt in der Gründungsszene auch künftig ein fester Bestandteil bleibt und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig prägt.