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Hinter den Kulissen: PROTEA PARTNERS GmbH

Mi. 06.05.2026, 08:00

Mit PROTEA PARTNERS haben sich zwei erfahrene Expertinnen aus den Bereichen HR, Kommunikation und Change Management selbstständig gemacht. Im Interview erzählen Sabine und Natacha, wie aus einem spontanen Mittagessen eine gemeinsame Geschäftsidee entstand, weshalb Vertrauen und Netzwerk entscheidend sind und welche Learnings sie anderen Gründer/innen mit auf den Weg geben möchten.



Bevor wir über dein Unternehmen sprechen; wer bist du? Stell dich und deine Firma doch bitte kurz vor.
Wir sind die beiden Gründerinnen von PROTEA PARTNERS, einer Boutique Unternehmensberatung für Change Management-Projekte, mit dem Fokus auf Value Creation  speziell bei HR- und Kommunikationsthemen. Sabine war viele Jahre als Leiterin Unternehmenskommunikation in meist internationalen Unternehmen tätig, aber auch mal in kleineren Start-ups. Natacha hatte als Leiterin People & Culture zahlreiche führende Positionen im Bereich HR inne. Wir haben vor gut zehn Jahren in der gleichen Firma gearbeitet, und wissen, dass wir nicht nur gut zusammenarbeiten können, sondern auch «ähnlich ticken».
 
Wann und wie entstand der Gedanke bzw. die Idee ein eigenes Unternehmen zu gründen? Was hat dich dazu verleitet?
Bei einem spontanen Mittagessen, bei dem wir beide uns davon erzählt haben, dass wir mit der aktuellen beruflichen Situation nicht mehr so zufrieden sind – aus unterschiedlichen Gründen… wir sprachen auch über das «sich selbständig machen». Wo uns einzeln bei dem Gedanken noch etwas unwohl war, haben wir dann aber in der Kombination unserer Fähigkeiten gesehen, dass wir ein spannendes Offering haben. Nach einigen intensiven Brainstorming-Sessions waren dann Idee und Konzept ausgefeilt: wir haben unsere Stärken (und Schwächen) analysiert, die Projekte identifiziert, bei denen wir mit Herzblut engagiert waren, die eigenen schmerzlichen Erfahrungen in unseren Führungspositionen herausgearbeitet und hieraus ein Paket geschnürt, mit dem wir Kolleg*innen in ihrer Arbeit helfen wollen. So unterstützen wir vor allem bei Veränderungsprojekten, die meist noch «on Top» zum Tagesgeschäft kommen. Je nach Projekt helfen wir als zusätzliche und erfahrene Ressourcen bei der Vorbereitung, beim Leiten und Durchführen und lassen hierbei unsere langjährigen Erfahrungen und Expertise als Profis in den Bereichen HR und Kommunikation einfliessen, ohne dass wir permanent auf der Payroll sind. Modern nennt man das «fractional leadership» oder «Expertise as a Service».
 
Was waren deine schwierigsten Entscheidungen, die du in der Anfangsphase treffen musstest?
Es war gar nicht so einfach, einen Namen zu finden, der unseren Ansprüchen gerecht wurde und all das widerspiegelte, was wir ausdrücken wollten. Aber mit PROTEA PARTNERS ist uns das gut gelungen. Die Protea ist eine südafrikanische Blume, die für Mut, Risiko, und Veränderung steht, und für unsere Kunden wollen wir echte Partner sein. Darüberhinaus haben wir in den vielen Jahren unserer Karriere auch viele spannende und unterschiedliche Erfahrungen sammeln dürfen, kombiniert mit unserer Kreativität, unseren Ideen und unserem Tatendrang – daraus das richtige Service-Portfolio zu entwickeln und uns als Marke zu fokussieren, brauchte einige Stunden und Wochen an «Selbstfindung». Und zu guter Letzt – Stichwort Branding: mit einem Augenzwinkern können wir heute sagen: orange ist nicht orange. Da gibt es viele Nuancen, über die sich diskutieren lässt. Aber wir sind beide happy mit dem Ergebnis – denn eine gute Firma lebt von der guten Zusammenarbeit, auch wenn man sich zunächst uneins ist.  
 
Wie konntest du deinen ersten Kunden bzw. Auftrag für dich gewinnen?
Das ging über Beziehungen zu ehemaligen Arbeitgebern bzw. Kolleg/innen. Überhaupt ist das eigene Netzwerk – alt und neu - mit am wichtigsten, wenn es darum geht, an Mandate zu kommen. Gerade ehemalige Kolleg*innen oder Vorgesetzte wissen, wie wir arbeiten, welche Qualität sie erwarten können, und mit welcher Professionalität wir unseren Job erledigen. 
 
Welche Herausforderungen siehst du in der nächsten Zeit auf dich zukommen und wie bereitest du dich darauf vor?
Am Anfang steht natürlich die Kundenakquise ganz oben auf der Liste, um sich einen treuen Kundenstamm aufzubauen, durch den regelmässig neue Aufträge kommen bzw. durch den es auch Weiterempfehlungen gibt. Das ist sicher eine der grössten Herausforderungen – Akquirieren ist ja nur der erste Teil, einen Auftrag auch wirklich zu bekommen, ist der sehr viel schwierigere Part. Aber wir sind an den unterschiedlichsten Kanälen - vom persönlichen Netzwerken, Teilnahme an Events, Social Media bis hin zu altbewährten Direktmarketing-Methoden, wie Post oder Email-Newslettern dabei, auf uns aufmerksam machen.
 
Was sind deine Tipps für angehende Gründer/innen?
Lass Deine Begeisterung, Deine Motivation und Deinen Mut all die Bedenken, Sorgen und Ängste überstrahlen und sei Dir bewusst, dass es kein schnurgerader Weg sein wird. Sei auf Höhen und Tiefen vorbereitet, nutze die Tiefen, um für die neuen Höhen noch besser aufgestellt und vorbereitet zu sein. Und such den Austausch mit anderen Gründer/innen – oftmals ergeben sich auch Chancen, an Projekten gemeinsam zu arbeiten oder sich gegenseitig weiterzuempfehlen. Deine Idee steht nicht in Konkurrenz – sie erweitert das Angebot!
 
Welches Learning hast du als Unternehmer/in gemacht, dass du gerne zuvor schon gewusst hättest?
Wir hatten immer Respekt davor, ein Unternehmen zu gründen – aber das Gründen an sich ist sehr einfach, und es gibt zudem zahlreiche Hilfsangebote, die einen dabei professionell unterstützen können. 
Was wir ausserdem gelernt haben, und so nicht auf dem Plan hatten… auch bei Unternehmen gibt es so etwas wie «Ghosting». Tolle Meetings und relativ klare Zusagen für eine Zusammenarbeit, und plötzlich hört und sieht man nichts mehr – es fällt vielen wohl schwer, eine Absage zu begründen. Aber wenn man es als mögliche Option mit einkalkuliert, ist die Enttäuschung nicht mehr so gross, sollte es wieder mal passieren.

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