×

Login

Neuanmeldung?
Passwort vergessen?

Gründerlohn in der Schweiz: Wie viel ist marktüblich und steuerlich sicher?

Mo. 19.01.2026, 07:00

Gerade frisch gegründet - und schon stellt sich eine der wichtigsten Fragen: Welchen Lohn darf, kann und soll ich mir als Gründerin oder Gründer auszahlen?


Viele Start-ups entscheiden sich anfangs bewusst für einen tiefen Lohn. Der Gedanke dahinter: Privat möglichst wenig Steuern zahlen und Liquidität im Unternehmen belassen. Kurzfristig klingt das clever, kann langfristig aber auch Nachteile und Risiken mit sich bringen. Denn dein Lohn beeinflusst direkt
 
  • Deine AHV-Beiträge
  • Deine Pensionskasse
  • Deine Erwerbsausfallentschädigung
  • Deine privaten Steuern und Kreditwürdigkeit
     
Zu wenig Lohn spart zwar Liquidität, gefährdet aber deine Altersvorsorge und deine Kaufkraft. Falls du anstelle eines Lohnes, Gelder in Form von Darlehen und/oder Dividenden beziehst, kann dies bei einer Steuer- und AHV-Prüfung zu Komplikationen führen. Entscheidend ist deshalb ein marktüblicher, funktions- und branchenbezogener Lohn, wie ihn die Behörden für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer typischerweise ansetzen.

 
 
Welche Risiken gehst du ein, wenn dein Lohn zu tief ist?
 
1. Nachsteuern & Aufrechnungen 
Wer sich über längere Zeit einen unüblich tiefen Lohn ausrichtete und sich stattdessen über Dividenden oder (fiktive) Darlehen finanzierte, riskiert bei AHV- oder Steuerprüfungen Korrekturen. Bei GmbHs und AGs erwartet die AHV einen im Drittvergleich standhaltenden Unternehmerlohn. In der Praxis akzeptieren Ausgleichskassen Dividenden bei mitarbeitenden Inhaberinnen und Inhabern nur in begrenztem Umfang (oft bis ca. 10 % des Vermögenssteuerwertes – sogen. «safe harbour rule») und nur, sofern ein angemessener Lohn bezahlt wurde – sonst droht eine (teilweise) Aufrechnung als massgebender Lohn. Steuerlich sind nicht marktkonform verzinste oder «fiktive» Darlehen problematisch; sie können als verdeckte Gewinnausschüttungen qualifizieren und zu Nachsteuern sowie Verrechnungssteuerfolgen führen.
 
2. Vorsorgelücken
Ein tiefer Lohn bedeutet tiefere AHV-Beiträge, geringere oder gar keine BVG-Deckung und weniger Spielraum in der Säule 3a. Das rächt sich später bei Pensionierung oder Erwerbsunfähigkeit.
 
3. Sinkende Kreditwürdigkeit 
Banken beurteilen Privatkredite, Hypotheken oder Leasing häufig anhand des deklarierten Privat­einkommens; ist der Lohn offiziell sehr tief, erschwert dies Finanzierungen – selbst wenn die Firma operativ gut läuft 
 
4. Reduzierter Versicherungsschutz 
Leistungen aus Krankentaggeld- und Unfallversicherung richten sich nach dem AHV-Lohn. Ist dieser tief, fallen auch die Taggelder im Schadenfall geringer aus. 
 

 
So findest du deinen Unternehmerlohn…
 
  • Privates Budget aufstellen: Orientiere dich an deinem privaten Budget, plane einen Risikopuffer von mindestens 10% ein.
     
  • Branchen-Benchmark prüfen: Richte dich aber auch an marktüblichen Löhnen deiner Branche. Vergleiche Lohnstudien (z.B. Salarium.ch) für deine Rolle, Region und Firmengrösse.
     
  • Unternehmensliquidität sichern: Dein Unternehmen sollte nach Lohnzahlung noch drei Monatskosten als Reserve halten.
     
  • Sozialversicherungen berücksichtigen: Lass dir deine AHV-Beiträge, BVG-Eintritt und Koordinationsabzug sowie KTG/UVG-Deckung auf Basis des geplanten Lohns kalkulieren.
     
  • Denke langfristig: Ein guter Unternehmerlohn sichert dich privat ab, erlaubt gut zu schlafen und schafft Vertrauen bei Banken und Behörden.
     
  • Steuer- und Dividenden¬strategie abstimmen
    Oberhalb ca. CHF 100 000 Jahreslohn kann eine Kombination aus Lohn und moderater Dividende steuerlich attraktiv sein – solange der marktübliche Mindestlohn erfüllt bleibt.
     
  • Treuhand-Sparring nutzen: Lass deine Planung jährlich von einer Treuhänderin oder einem Treuhänder gegenprüfen. 

 
Fazit 
 
Ein zu tiefer Lohn spart kurzfristig vielleicht Einkommenssteuern, kann aber langfristig teuer werden. Finde die Balance zwischen Unternehmens­Cash-Flow und persönlicher Absicherung und überprüfe deine Lohnstrategie periodisch. 
 
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der MKY Treuhandpartner GmbH entstanden. Dein Partner für Buchhaltung, Steuern und Treuhandlösungen.

Premium Partner

Prämienvergünstigungen

Helvetia unterstützt Jungunternehmen mit einer Prämienvergünstigung bis zu 50% auf die individuelle Versicherungslösung.

Mehr Infos

PostFinance Startangebot

PostFinance bietet Ihnen das Werkzeug zum Durchstarten – Profitieren Sie von zwei Jahren kostenloser Kontoführung und entdecken Sie weitere Angebote, die Ihnen den Geschäftsalltag erleichtern.

Mehr Infos

Gratismonate für Gründer/innen

Swisscom schenkt Ihnen bis zu 6 Monate die Abokosten plus CHF 300.- Rechnungsgutschrift als Startguthaben.

Mehr Infos
058 444 10 10